Unsere Seelen bei Nacht – Kent Haruf

Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf ist im März 2017 im Diogenes Verlag erschienen.

Klappentext:

Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis, der seit dem Tod seiner Frau ebenfalls allein lebt. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte? Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. Doch ihre Beziehung weckt in dem Städtchen Argwohn und Missgunst.

 

Inhalt:

Der Klappentext sagt schon vieles von diesem Buch voraus. Addie ist verwitwet und klingelt eines Abends bei ihrem Nachbarn Louis und fragt ihn, ob er nicht bei ihr schlafen möchte. Louis ist ihr seit Jahren bekannt und auch er ist einsam.

Sie will ihre Einsamkeit teilen. Abends im Bett liegen und neben sich einen Menschen haben, den sie kennt und dem sie nach und nach vertrauen kann.

Auch wenn es Louis als erstes komisch vorkommt, willigt er ein und geht Abends, wenn ihn keiner sehen kann zu Addie. Die ersten paar Male ist es für beide komisch, doch mit der Zeit gewöhnen sie sich aneinander. Sie reden von ihren Partnern, ihren Kindern, ihren Schicksalen.

Wer sie sind, wer sie einmal waren und was sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind.

Es geht in diesem Buch nicht um Sex. Es geht durch und durch um die Einsamkeit.

In einem kleinen Ort wie Colorado spricht sich so etwas schnell herum. Die Menschen schauen sie komisch an und es ist klar, dass sich schnell Gerüchte herumsprechen werden.

So kommt es auch, dass Louis‘ Tochter und Addies Sohn davon erfahren und versuchen ihre Elternteile zurechtzuweisen. Sie wollen nicht, dass sie sich treffen, gar beieinander übernachten.

Addie ist es von Anfang an egal, was die Menschen denken werden. Sie ist einfach zu Erwachsen und alt um sich Gedanken darüber zu machen, was andere Menschen reden werden und sie erlaubt es keinem, sich in ihr Leben einzumischen.

 

Meine Meinung:

Das Buch ist sehr tiefgründig. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie schlimm es sein kann, wenn man einen Menschen verliert, den man über Jahre hinweg an seiner Seite wusste.

Man ist daran gewöhnt nach Hause zu kommen, diese Person um sich zu haben, für diesen Menschen zu sorgen, zu lieben und geliebt zu werden. Und eines Tages ist einer der Parteien verstorben und der andere steht da und ist alleine.

Einsam sein möchte niemand. Und das ist Addies einziger Wunsch. Nicht einsam zu sein. Sie beweisst Stärke und traut sich Louis zu fragen. Könntest du es? Wärest du dazu bereit deine Einsamkeit gegen Zweisamkeit zu tauschen, wenn du wüsstest, dass du zum Redestoff der ganzen Stadt wirst?

 

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