Kommst du Bahnhof oder hast du Auto?

Lisa „geht Aldi“, Paul „muss Training“ und die Freunde „sind am Abend Kino“. Was die Soziolinguistin Diana Marossek „Kurzdeutsch“ nennt, zeichnet sich vor allem durch einen Hang zur Verknappung aus, dem nicht bloß Präpositionen zum Opfer fallen. Marossek zeigt ungeahnte Parallelen zwischen dem sogenannten „Türkendeutsch“ und älteren deutschen Sprachgewohnheiten auf, sie erklärt, was eine rituelle Beschimpfung ist und dass viele von uns „codeswitchen“, ohne es zu merken. Müssen wir uns deshalb Sorgen um die deutsche Sprache machen? Nein, sie ist quicklebendig, und die Beschäftigung mit ihr macht großen Spaß. Quelle: Randomhouse

Diana Marosseks Buch ‚Kommst du Bahnhof oder hast du Auto?‘ ist ein Teil ihrer Doktorarbeit.
Dieses Buch hat mich durch ihren Untertitel ‚Warum wir so reden, wie wir neuerdings reden‘ angesprochen und deshalb habe ich es als Rezensionsexemplar angefragt.
Marossek schreibt in diesem kurzen Buch sehr viel über die Kontraktionsvermeidung und auch über die Artikelvermeidung. So gibt es in dem Buch sehr viele Stellen, die Gespräche von Berliner Schülern wiedergeben, in denen zu erkennen ist, dass es auch ohne Artikel geht und das ganze als Kurzdeutsch betitelt werden kann.
Persönlich als Türkin, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, fand ich natürlich das Kapitel ‚Türkisch‘ sehr interessant.
Türkisch ist eine Sprache, die ohne Verben auskommt. Auch benötigt es keine Präpositionen.
Marossek schreibt, dass die Gastarbeiter aus den 60er und 70er Jahren aus Italien, aber hauptsächlich aus der Türkei, das heutige Kurzdeutsch geprägt haben.

So ist es zu erkennen, dass nicht nur die Gastarbeiter, sondern auch mittlerweile die deutschen Muttersprachler sich dem kurzdeutschen bedienen.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass sich Kurzdeutsch für mich sehr schlimm anhört. Aber auch ich greife zu Kurzdeutsch, wenn ich in dem Moment mir über einen Artikel nicht sicher bin und ganz genau weiß, dass es auch ohne geht.

Ich fand das Buch zwar interessant zu lesen, jedoch habe ich mir durch den Untertitel mehr erhofft. Ich finde, dass die Frage ‚warum wir so reden, wie wir neuerdings reden‘, nicht geklärt wurde.

Ich danke für das Rezensionsexemplar.

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