Freitag, 21. Juli 2017

Wer falsch liegt, hat immer recht - Logikrätsel und philosophische Knobeleien



Was war zuerst da, die Henne oder das Ei? Und ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Philosophieprofessor Roy Sorensen präsentiert kurzweilig und amüsant ein Sammelsurium an Gedankenverdrehern, Seltsamkeiten und Dilemmata, die unser logisches Denken herausfordern und uns in die Welt von Platos Höhle, Wittgensteins Untersuchungen und Schopenhauers Intelligenztest entführen. Bei der Lektüre kommt der Leser nicht nur gehörig ins Grübeln, sondern erfährt auf charmante Art und Weise, wie Descartes einmal in einer Kneipe verschwand, was es mit der Hummer-Logik auf sich hat und wie man sich den Abwasch fair mit dem Partner teilt.
Ein philosophisches Kuriositätenkabinett, das seine Leser überrascht, erleuchtet und verblüfft – vor allem aber hervorragend unterhält.

Roy Sorensen ist Professor für Philosophie an der Washington University in St. Louis. Er hat bereits mehrere populär-wissenschaftliche Bücher veröffentlicht.

Das Buch beginnt mit einer Widmung Sorensen an seinen gebrochenen Arm und dann erklärt er, dass einiges nur ein Phantom sein kann, wie ein Phantomarm. Er gibt am Anfang des Buches an, dass die Rätsel und Fragestellungen, die gestellt werden und im Buch aufgedeckt werden, mit einer kleinen Glühbirne gekennzeichnet sind.

Danach beginnt ein sehr interessantes Sachbuch. Von Alles ist möglich? bis hin zu dem Ei der vom Huhn kam oder doch von der Ellipse entstand. Von den Gebrüder Grimm,  bis hin zu Chomsky und der Schriftstellerin Carroll Lewis (Alice im Wunderland) ist alles vertreten.

Sehr interessant war für mich Schopenhauers Intelligenztest. Zu Beginn wurde man mit der Frage:
Was kommt mit einem Wagen, geht mit dem Wagen, hat keinen Zweck für den Wagen, und doch kann der Wagen sich nicht ohne es bewegen?

konfrontiert. Und dann gerät man ins Grübeln und während dem Weiterlesen hofft man auf die Antwort und im Gehirn versucht man weiter zu raten.

Das Buch ist sehr gut gestaltet. Eine wirkliche Einteilung in Kapitel gibt es nicht. Die einzelnen Rätsel werden mit einer etwas größer gedruckten Überschrift eingeleitet.

Die Glühbirne zeigt, dass nun etwas kommt, was einen zwar ins Grübeln versetzt aber aufgedeckt wird.

 

Meine Meinung:

Ich selbst lese eigentlich kaum Sachbücher, außer für meine Arbeit. Doch als ich den interessanten Titel gelesen habe dachte ich mir, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich muss sagen, dass ich es nicht bereut habe. Das Sachbuch hat mich morgens auf dem Weg zur Arbeit begleitet und mich durch seinen Inhalt am frühen Morgen geweckt. :)

Ich danke Rowohlt für das Rezensionsexemplar.
Was gehört Ihnen, wird aber von anderen mehr als von Ihnen selbst benutzt?

 

Der Duft von bitteren Orangen


Nadias Blick war mitfühlend, doch sie hatte im Leben gelernt, dass Anteilnahme weder den Magen füllte noch einen nachts warm hielt.

Das Buch "Der Duft von bitteren Orangen" von Claire Hajaj erschien unter dem blanvalet Verlag am 19.12.2016.

Klappentext:
Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?

Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, darf endlich die ersten Früchte des Orangenbaums ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und seine Familie muss fliehen. Von nun an hat er nur noch einen Traum: eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren. Zur selben Zeit wächst Judith mit ihrer jüdischen Familie in England auf – und sehnt sich nach einem Leben jenseits der dunklen Schatten der Vergangenheit. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …
"Ach, Salim, du weißt es doch besser. Zu Hause ist man nicht dort, wo man am längsten gelebt hat; es ist ein Gefühl da drin." Sie tippte ihm auf die Brust.

Die Autorin:

Claire Hajaj, 1973 in London geboren, hat ihr bisheriges Leben zwischen zwei Kulturen, der jüdischen und der palästinensischen, verbracht und versucht, sie zu vereinbaren. In ihrer Kindheit lebte sie sowohl im Nahen Osten als auch im ländlichen England. Sie bereiste alle vier Kontinente und arbeitete für die UN in Kriegsgebieten wie Burma oder Bagdad. Sie schrieb Beiträge für den BBC World Service, außerdem veröffentlichte sie Artikel in Time Out und Literary Review. Ihren Master in Klassischer und Englischer Literatur hat sie in Oxford gemacht. Zur Zeit lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Beirut.

Inhalt:

Das Buch beginnt im Jahre 1948 in Palästina. Unser Protagonist Salim ist zu diesem Zeitraum sieben Jahre alt und freut sich darauf, die Orangen von seinem Orangenbaum zu züchten, der zu seiner Geburt von seinem Vater Hasan Al-Ismaeli gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus, die Juden marschieren ein und Familie Al-Ismaeli flüchtet nach Nazareth, zur Salims älteren Schwester aus der ersten Ehe seines Vaters.

Seine Mutter verlässt kurz danach die Stadt und verlässt Salim und seinen Vater. Seinen kleinen Bruder Rafan nimmt sie mit.

Die Geschichte springt dann zur Judith über. Wir lernen das jüdische Mädchen Judith, welches von ihren Freunden den Spitznamen - Jude - bekommen hat kennen. Sie steht kurz vor ihrer Bat Mizwa, ihrer Glaubensmündigkeit.

Jahre vergehen und 1978 lernen sich Salim und Jude kennen. Wie das Schicksal es will, verlieben sie sich ineinander. Sie kämpfen mit den Vorurteilen ihrer Kulturen, die gegenseitig vorhanden sind und wissen, dass ihr Weg kein leichter wird. Trotz den ganzen Problemen heiraten sie miteinander.

Im Jahre 1982 wird Salim durch seine Arbeit nach Kuwait geschickt. Dort beginnt ein interessantes Leben für sie. Jude versucht Arabisch zu lernen und möchte an der Volkshochschule lehren. Sie haben zwei Kinder. Die Zwillinge Sophie und Marc.

Salim erleidet in Kuwait eine Niederlage nach der anderen. Er verliert seine Arbeit und wird dann reingelegt. Er denkt dass er sich als Geschäftsführer qualifizieren kann, doch seine Wurzeln führen immer wieder dazu, dass er nicht als Engländer, der dort gelebt und studiert hat, angesehen wird.

Als sein jüngerer Bruder Rafan, mit dem er sich vorher in Beirut getroffen hat, aufeinmal in Kuwait bei Salim und Jude auftaucht, erwarten die Familie harte Zeiten.

Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Jude und Salim. Salim ist härter geworden. Er ist sauer auf die Gesellschaft  und regt sich darübr auf, dass man ihn nicht anerkennt und diese Wut lässt er oft an Jude und den Kindern in verbaler Form raus.

Wird die Liebe zwischen Jude und Salim die Vergangenheit überstehen? Kann Salim in sein Land zurück und seine Orangenbäume sehen? Lest selbst.

 

Meine Meinung:

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen. Die Sprache die Claire Hajaj nutzt ist sehr verständlich. Sie benutzt sehr oft arabische und hebräische Wörter, die man in einem Glossar am Ende des Buches nachschlagen kann. Zwar kommt man kurz aus dem Redefluss dadurch heraus, aber wenn man sich dann die Wörter gemerkt hat, muss man nicht mehr nachschauen.

Die Geschichte von Salim und Jude hat mich sehr berührt. Durch beide Charaktere wird veranschaulicht, welche Probleme und Schicksale beide Kulturen durchgemacht haben und wie schwierig es sein kann, gegen Vorurteile zu kämpfen.
Du kannst ja weiter tun, als gebe es keinen Krieg, wenn dir das so lieber ist. Doch er tobt überall um uns herum. Und sie, was aus mir geworden ist, während ich die Augen davor geschlossen habe und meinen großen Träumen nachgejagt bin. Ich bin weder Engländer noch ein richtiger Araber.

 

 

 

Donnerstag, 6. Juli 2017

Jane Austen - Eine Entdeckungsreise durch ihre Welt


Warum Mr Darcy noch immer Herzen im Sturm erobert


Haben Sie schon einmal von Mr. Darcy geträumt? Wären Sie nicht auch gern die Auserwählte, der ein Gentleman wie Mr Knightley beim Contredanse sehnsüchtige Blicke zuwirft? Wie es im Herzen der Frauen aussieht, weiß keine Autorin so gut wie Jane Austen. Noch heute lieben und leiden viele Leserinnen mit den Schwestern Bennet und Dashwood, und die Welt der englischen Klassikerin fasziniert nicht weniger als vor 200 Jahren. Holly Ivins gewährt uns Blicke hinter die Fassaden der prunkvollen Herrenhäuser und beschreibt mit großer Lust am Detail, wie man sich als Dame schicklich kleidete und wie ein Gentleman seiner Angebeteten formvollendet den Hof machte. Sie erzählt davon, was Mann durfte, Frau aber nicht, für die es sich vor allem nicht ziemte, Romane zu schreiben. Lassen Sie sich entführen in den Alltag in der Regency-Zeit – Holly Ivins weiht Sie ein in die Geheimnisse von Jane Austen. (Quelle: randomhouse.de)

Holly Ivins (Autorin)


Holly Ivins studierte an der University of St Andrews englische Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt Romantik. Sie lebt in London, arbeitet im Verlagswesen und liest leidenschaftlich gern Jane Austen und andere Klassiker.




Das Buch ist zusammen mit der Einleitung insgesamt in 7 Kapiteln geschrieben.
In der Einleitung stellt Ivins Jane und Janes Familie vor und beschreibt detailliert zu jedem Familienmitglied alle bekannten Daten.
Insgesamt hatte Jane Austen 7 Geschwister. George Austen (1766 – 1838), der Bruder von Jane war der wohl taub und über ihn gibt es nicht so viele Daten.
Ansonsten ist über ihn nicht viel bekannt; er und Jane sind die einzigen Familienmitglieder, von denen kein offizielles Porträt angefertigt wurde. (Seite 15)

Das Haus Austen war von intellektuellen Diskussionen geprägt. Vater von Jane Austen hat sie im Schreiben immer unterstützt, obwohl dies zur damalige Zeit nicht angesehen war. Eine Frau durfte nicht schreiben und dies war der Grund warum Jane Austen am Anfang ihre Bücher nicht mit ihrem Namen veröffentlichte.
Im zweiten Kapitel geht die Autorin in die damalige Regency-Zeit ein und beschreibt wie diese Zeit Austens Werke geprägt hat.
So ist es sehr interessant gewesen, wie damals Briefe geschrieben worden sind.
Zum Schreiben verwendet man einen Federkiel, und das Blatt wurde so gefaltet, dass eine leere Seite für die Adresse blieb. Man versuchte, so viel Inhalt wie möglich auf einer Seite unterzubringen, da sowohl das Papier als auch Porto teuer waren. Um Platz zu sparen, schrieb man gern >>über Kreuz<<: wenn eine Seite voll war, drehte man das Blatt um hundertachtzig Grad und schrieb zwischen den bereits bestehenden Zeilen weiter. (Seite 54)

Jedes Kapitel fängt mit einem Zitat an. Im 5. Kapitel werden alle Werke von Jane Austen vorgestellt. Und die ganzen Charaktere die zu diesen Werken gehören werden in kurzen Absätzen erläutert.



Meine Meinung:
Ich habe bisher von Jane Austen "Mansfield Park" und "Stolz & Vorurteil" gelesen. Dank dieser Entdeckungsreise in Jane Austens Leben werde ich die anderen Bücher auch lesen. Dieses Buch ist durch und durch empfehlenswert, für Jane Austen Fans und für die, die es werden wollen. Was ich noch so toll fand, waren die kleinen Randbemerkungen, die mit Apropos eingeleitet wurden. Das Buch ist mit seinem Cover und diesen kleinen Randbemerkungen sehr schön gestaltet.

 

Das Lied des Achill

  Das Lied des Achill handelt über die bekannte Geschichte des Gottes Achills, der vor Troja gekämpft hat um Helena zu retten.  Das Achill ...