Samstag, 1. Oktober 2022

Das Lied des Achill

 

Das Lied des Achill handelt über die bekannte Geschichte des Gottes Achills, der vor Troja gekämpft hat um Helena zu retten. 


Das Achill nachdem er Hektor tötet, sterben wird, ist prophezeit. 

Die Geschichte wird aus dem Munde von Patroklos, Achills bestem Freund und Geliebtem erzählt.
Die Schriftstellerin hat Patroklos, der in den Mythen als verbannter Prinz erwähnt ist, als Protagonist in den Vordergrund gestellt. Dies fand ich sehr gut.
Ebenso ist der Schreibstil von Madeline Miller schön zu lesen. Vor diesem Buch hatte ich Circe gelesen. Ich kann nur sagen, dass mich die Geschichte von Achill mehr begeistert hat.

Samstag, 13. November 2021

Sehr blaue Augen


 

Sehr blaue Augen ist Toni Morrison erstes Buch welches 1970 erschien und den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat.


Erzählt wird die Geschichte von Pecola Breetloove einem afroamerikanischen Mädchen, dass von niemandem gemocht wird. Sie ist schwarz (so die Beschreibung, den Toni Morrison nimmt kein Blatt vor den Mund) und häßlich.
Das Buch beginnt mit einem Einblick darauf, was uns erwarten wird, denn wir lesen direkt am Anfang des Buches, dass im Herbst 1941 keine Ringelblumen gewachsen sind, weil Pecola ein Kind von ihrem Vater erwartete.

Toni Morrison geht auf viele Themen in diesem Buch ein. Rassismus, Inzest, sexuelle Übergriffe, Gewalttätigkeiten sind Hauptthema.
Erzählt wird die Geschichte in mehreren Kapiteln von einigen verschiedenen Kapiteln.


Über den sehnlichsten Wunsch von Pecola, nämlich hübsch und sehr blaue Augen zu haben kritisiert Morrison das Schönheitsbild der damaligen und aktuellen Gesellschaft. Nämlich, weiß, blond, blaue Augen, schlank.
Absolut empfehlenswert.


Sonntag, 23. Mai 2021

Die Geschichte der HeLa-Zellen

 

Rebecca Skloot saß in ihrem Biologieunterricht mit 16 Jahren und hörte dort zum ersten Mal von ihrem Lehrer den Namen Henrietta Lacks und ihren Zellen, die unsterblich waren und in der Wissenschaft für große Fortschritte geholfen hatten und immer noch halfen.

Sie begann danach über Henrietta Lacks zu recherchieren, doch sehr viel fand sie nicht. Über zehn Jahre hat sie für dieses 2010 erschienene Buch recherchiert. Sie hat über 1000 Stunden mit Gesprächen mit Angehörigen von Henrietta, Medizinern, Ethikkommissionen und Wissenschaftlern verbracht.

Quelle: Wikipedia

 

1951 wurde bei Henrietta Lacks, die damals 31 Jahre alt war, Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Henrietta hatte damals 5 Kinder, war 1,50 Meter groß und war in armen Verhältnissen aufgewachsen und als Farbige wurde sie auch nach Rassentrennung natürlich im John Hopkins Krankenhaus unter nicht allzu guten Voraussetzungen behandelt. 

Bei der ersten Operation nahm man von ihrem Tumor ein wenig Gewebe weg und Henriettas Zellen vermehrten sich. Jeden Tag immer mehr und so leben ihre Zellen heute noch unter uns und werden in der Medizin verwendet. Man hat durch ihre Zellen sehr viele Medikamente entwickeln können, vor allem gegen Polio. 

Doch man hat Henrietta niemals darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihr entnommenes Gewebe weiter genutzt und in der Forschung eingesetzt wird. 

Genauso wenig wusste es ihre Familie. Während die Wissenschaft Gewinn durch Henriettas Zelllinie machte, lebte ihre Familie in armen Verhältnissen weiter, konnte sich noch nicht einmal eine Krankenversicherung leisten.

20 Jahre nach Henriettas Tod erfuhr ihre Schwiegertochter per Zufall von Henriettas immer noch lebenden Zellen. Danach fing für die Familie vor allem für Henriettas Tochter Deborah eine schwere Zeit an. Sie wurden auf Schritt und Tritt verfolgt. Jeder wollte etwas über ihre Mutter wissen, währen sie noch nicht einmal selbst etwas über ihre Mutter wussten, da sie sehr klein waren, als Henrietta 1951 verstarb.

Rebeca Skloot erzählt auf sagenhaften 423 Seiten die komplette Geschichte Henriettas und auch ihre eigene Geschichte mit Deborah. Sie hat ziemlich lange gebraucht, bis sie an Deborah ran kam. Deborah hatte nämlich höllische Angst davor, dass Rebecca von irgendjemandem engagiert worden ist und auch nur hinter Geld her war. 

Während man das Buch liest, stellt man sich die Frage, was mit der Familie gewesen wäre, wenn sie von Anfang an gewusst hätten, dass die Zellen ihrer Mutter/Ehefrau unsterblich sind. Wenn sie ein Recht gehabt hätten, an dem Gewinn, den man durch die Zellen gemacht hat, beteiligt zu werden.

Genauso ist es erschreckend, dass man nachdem einem Gewebe entnommen worden ist, einfach nicht mehr darüber entscheiden kann, was mit diesem Gewebe danach passiert. Sobald es unseren Körper verlassen hat, ist es nicht mehr Bestandteil unseres Körpers und Anklagen werden zurückgewiesen.

Ich kann nur sagen, absolute Leseempfehlung.

Sonntag, 2. August 2020

Queer Heroes





"I WANT TO BREAK FREE" sang Freddie Mercury und genau das tat er auch!

Die Menschen, von denen dieses Buch erzählt, sind sich selbst treu geblieben. Sie sind für ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung eingetreten, haben sich mutig gegen Hass und Vorurteile gestellt und sind damit zu Held*innen der Community der Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Queeren geworden ... so heißt es im Klappentext.


Die Autor*in schreibt im Vorwort, dass dieses Buch dafür geschrieben wurde, um die Held*innen aus der LGBTQ-Szene zu ehren.


Das Buch ist wunderschön gestaltet. Zu den Held*innen gibt es jeweils eine schöne Zeichnung und eins bis zwei Seiten aus deren Leben.



Von einigen meiner Held*innen wie Frida Kahlo und Alan Turing wusste ich es, aber bei manchen, wie zum Beispiel Virginia Woolf und Kristen Stewart war ich sehr überrascht. Das Buch liest sich sehr schön und ist auch ein wundervolles Werk um sich mit diesem Thema zu befassen.



Absolute Leseempfehlung und vielen Dank an Randomhouse für das Rezensionsexemplar.




Donnerstag, 16. Juli 2020

Periode ist politisch





Als Franka Frei als Bachelorabschlussarbeit das Thema der „Menstruation“ bearbeiten möchte, wird ihr davon abgeraten. So merkt sie, dass dieses Thema immer noch tabuisiert wird. Nach einem Facebook-Beitrag erfährt sie ganz viele Kritik aber auch lernt sie durch diesen Beitrag Aktivistinnen in Indien, Pakistan etc. kennen, die sie dann besucht. 

Sie findet sich auf einmal in einer Welt, die voller Mythen um die Menstruation, Periode, Tage, Erdbeerwoche und wie man sie auch noch betitelt möchte,  ist.

Die Hälfte der Menschheit menstruiert und doch ist es ein absolutes Tabuthema. Vor allem werden menstruierende Menschen als unrein angesehen. In einem Kapitel gibt sie aus den Weltreligionen Beispiele dafür:



(im 3. Buch Mose steht, dass eine Frau nach der Periode erst wieder „rein“ sei, nachdem sie eine Woche lang mit niemandem in Kontakt war, sich einer entwürdigenden Waschung unterzogen wurde - die zwei Tauben nicht zu vergessen, die für ihre wiederhergestellte Reinheit geopfert werden müssen. Kein Scheiß).

Der nicht-menstruierenden Hälfte der Menschheit ist es nicht klar, welchen hormonellen Belastungen oder Schmerzen eine Person in diesem Zyklus Monat für Monat ausgesetzt ist.

Wie oft hat man den Satz „Die hat doch bestimmt ihre Tage“, gehört? Dabei ist es kein Unding zu bluten, es steht dafür, dass alles in Ordnung ist und man gesund sei, schreibt Frei weiter.

Sie erzählt von ihren Begegnungen in Indien und Pakistan. 20 % der Mädchen* die ihre Blutung bekommen, gehen während ihrer Menstruation nicht in die Schule oder brechen ihre Bildung sogar komplett ab. Es ist nicht in Ordnung, dass ein Mädchen* während ihrer unreinen Zeit anderen Menschen begegnet. 
Die Hygieneprodukte sind so teuer, dass viele sich diese nicht leisten können. Sie schneiden Stoffe zurecht und diese werden wieder gewaschen. Da keiner dies sehen darf, werden die Stofffetzen heimlich getrocknet, zum Beispiel unter einer Bettmatratze. Die Stoffe trocknen nicht richtig und führen bei feuchter Benutzung zu Krankheiten. 
All dies sind Themen dieses meiner Meinung nach sehr wichtigen Buches.
Uns wird auch vieles von den Medien vorgekaut, wie in vielen anderen Themen dieser Gesellschaft. Vom Menstruationstabu sind nicht nur Menschen in den unterentwickelten Ländern betroffen, sondern auch wir in den westlichen.Warum versucht mir eine Werbesendung für Binden oder Tampons klar zu machen, dass die Periodenflüssigkeit blau ist? Und was zum Teufel soll Flüssigkeit in diesem Kontext? Ich blute einmal im Monat und Blut ist nun mal rot.


Ich danke Randomhouse für das Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 25. Juni 2020

Unsichtbare Frauen


Unsere Welt ist von Männern für Männer gemacht und tendiert dazu, die Hälfte der Bevölkerung zu ignorieren.






Criado-Perez schreibt in ihrem Buch "Unsichtbare Frauen" darüber, dass es in sämtlichen Unfallstatistiken zu wenig Daten erfasst werden, bei denen es um Frauen geht.

Das Beste Beispiel dafür ist, dass bei der Autoindustrie für Unfalltests immer männliche Dummys benutzt werden. Somit ist eine Frau, die hier nicht beachtet wird, im Falle eines Autounfalles gefährdeter als ein durchschnittlicher Mann.

Ein anderes Kapitel, in dem erklärt wird, dass im Winter die Schneeräumarbeiten als erstes auf der Straße stattfinden und später erst auf den Gehwegen, war auch sehr interessant.


Frauen sind zumeist die jenigen, die sich um die Kinder kümmern, zuhause sind, oder mal mit den Älteren spatzieren gehen, währen der Mann auf der Arbeit ist. Er hat die Straße mit seinem Auto überquert, auf der schon längst die Schneeräumarbeiten stattgefunden haben. Die Frau muss aber den Gehweg benutzen und hat somit Stürzgefahr. In Nordschweden hat man sich diese Situation angesehen und in einem Winter den Schneeraumplan geändert. Und siehe da, es gab in diesem Winter viel weniger Patienten (davon meist Frauen), die sich im Krankenhaus gemeldet haben, weil sie gestürzt sind.

Das Buch ist in sechs Kapitel unterteilt. Ich habe dieses Buch mit einem sehr komischem Gefühl im Bauch gelesen, denn als Frau bin ich genauso wie ein Mann davon betroffen, irgendwann einen Herzinfakt zu bekommen, doch die Datenlücke ist so groß, dass die Medikamente, die bei Männern helfen bei mir nicht helfen können.

Die Autoindustrie missachtet nicht Fraun, in dem sie in ihren Tests fast ausschließlich Männer-Dummys benutzen, sie missachtet auch kleine Menschen.

Ich als kleine Frau von 1.53 Metern habe den Anschnallgurt direkt am Hals sitzen. Somit kommt es vor, dass wenn ein wenig hart gebremst wird, dieser Gurt sich in mein Hals eindrückt. Auch über solche Themen liest man in diesem Buch.


Criado-Perez belegt ihr Buch mit über 1000 Quellangaben.


Mir hat dieses Buch sehr gefallen, auch wenn es schockt, sollte es gelesen werden.













Samstag, 7. März 2020

Frau Einstein





Klappentext: Zürich 1896: Mileva Marić, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in Serbien, ist eine der ersten Frauen, die am Polytechnikum studieren dürfen. Gegen alle Vorurteile und Widerstände gehört die ehrgeizige junge Frau bald zu den Besten ihres Faches. Ihr großes Talent für Mathematik bleibt auch einem ihrer Kommilitonen, dem charismatischen Physikstudenten Albert Einstein, nicht lange verborgen. Die beiden tauschen sich über ihre Arbeit aus, verlieben sich und werden ein Paar. Zusammen arbeiten sie an der Relativitätstheorie, zunächst weitgehend gleichberechtigt. Doch als Mileva schwanger wird und ihre gemeinsame Forschung die erste öffentliche Aufmerksamkeit erhält, wird sie immer unsichtbarer im Schatten ihres Mannes, der als strahlendes Genie bis heute weltberühmt ist.

, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in Serbien, ist eine der ersten Frauen, die am Polytechnikum studieren dürfen. Gegen alle Vorurteile und Widerstände gehört die ehrgeizige junge Frau bald zu den Besten ihres Faches. Ihr großes Talent für Mathematik bleibt auch einem ihrer Kommilitonen, dem charismatischen Physikstudenten Albert Einstein, nicht lange verborgen. Die beiden tauschen sich über ihre Arbeit aus, verlieben sich und werden ein Paar. Zusammen arbeiten sie an der Relativitätstheorie, zunächst weitgehend gleichberechtigt. Doch als Mileva schwanger wird und ihre gemeinsame Forschung die erste öffentliche Aufmerksamkeit erhält, wird sie immer unsichtbarer im Schatten ihres Mannes, der als strahlendes Genie bis heute weltberühmt ist.


Meine Meinung:

Marie Benedict verknüpft die Geschichte von Mileva Marić mit ihren Recherchen und Fiktion so gut miteinander, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Mileva war, wie wahrscheinlich für viele anderen Leser dieses Buches, für mich unbekannt. Als die erste Frau Einstein, habe ich ihre Geschichte sehr gerne gelesen. Ich muss sagen, dass aus ihr eine hervorragende Physikerin geworden wäre, wenn sie sich nicht auf Albert Einstein eingelassen hätte. Zusammen setzten sie die ersten Schritte für die Releativitätstheorie und die ganzen mathematischen Berechnungen, sind Mileva gut zu schreiben. Als sie unehelich schwanger wird, bekommt es Albert Einstein nicht hin, sich um sie und um das geborene Kind zu kümmern. Er lernt sein erstes Kind Lieserl noch nicht einmal kennen. Lieserl verstimmt mit ungefähr 1,5 Jahren. Ihre Todesursache ist unbekannt, doch auch hier strickt die Schriftstellerein eine gute Geschichte, die für die damaligen Zeiten absolut möglich sein kann.

Eins muss ich sagen, je weiter ich im Buch gelesen habe, desto mehr habe ich Wut auf Albert Einstein gespürt und die damalige Männerwelt. Genauso hat es mich sehr wütend gemacht, wie die Frau damals in der Gesellschaft platziert war.

Das Buch war für mich absolut lesenswert.

Sonntag, 16. Februar 2020

Der Weg zu Dir - Defne Seidel



Die Türkin Emily kommt ursprünglich aus Bremen. Sie ist dort geboren und aufgewachsen. Als sie mit 17 Jahren bemerkt dass sie schwanger ist, ist ihr damaliger Freund Burak auf dem Weg mit seiner Familie nach München zu ziehen. Somit entscheidet sich Emily dafür, Burak nichts von dem Baby zu sagen und entscheidet sich dazu, Bremen zu verlassen. Sie zieht nach Berlin, wo auch ihr Onkel Ali mütterlicherseits wohnt. Er hat ein Café in dem die Emily arbeitet und ihre mittlerweile 4 jährige Tochter Peri aufzieht. Für sie ist Burak, Bremen, ihre Familie in Bremen und die Liebe einfach Geschichte. Sie ist nur darauf fokussiert, dass Peri glücklich ist und keine Vaterrolle in ihrem Leben vermisst.

Als Marc, der für das Studium in Heidelberg war wieder nach Berlin zurückkehrt und Emily’s Nachbar wird und sich sehr gut mit Peri versteht, beginnt für Emily ein Kampf zwischen ihrem Verstand und ihrem Herzen.
Defne Seidel vereint in ihrem Buch „Der Weg zu Dir“ die deutsche und die türkische Kultur. Auch lernt man viel über das Alevitentum, da Emily mütterlicherseits alevitischem Glauben angehört. Mit Marcs Mutter liest man über die Wichtigkeit der schönen Weihnachtszeit. Ich bedanke mich bei Shaker Media für das Rezensionsexemplar und meiner Freundin Defne danke ich für dieses schöne Buch. Ich kann es garnicht erwarten, etwas neues von ihr zu lesen. 


Samstag, 9. November 2019

Die goldene Legende - Nadeem Aslam




Wie im Christentum gibt es auch im Islam eine Verkündigung. Erzengel Gabriel erscheint Mohammed - ebenso wie er Maria erschien - und überbringt eine Botschaft Gottes. Zu Maria hat er gesagt, dass Gott durch sie Fleisch werde. Zu Mohammed sagte er, dass dieser eine Reihe von Suren empfangen werde, die Gott gemachte Worte seien. Es ist ein Fehler, weollte man behaupten, der Koran sei die Bibel der Muslime. Falls es im Christentum etwas dem Koran vergleichbares gibt, dann ist es Jesus selbst. Jesus ist der Gleisch gewordene Gott, der Koran der Wort gewordene Gott.

Pakistan. Ich denke im Jahre 2012. Immer wieder werden die damaligen Karikaturen in denen man sich über Mohammed lustig gemacht hat, erwähnt.

Dieses Buch hat sehr viele geballte Informationen. Nargis ist eine der Hauptcharaktere. Sie und ihr Mann sind Architekten und muslimischen Glaubens. Sie haben Christen zu Nachbarn. Lily der Rikschafahrer und seine Tochter Helen, die durch Nargis und ihren Mann eine gute Ausbildung genießt.

Nargis hat ein großes Geheimnis und hat Angst davor, dass dieses Geheimnis bald raus kommt. Denn jeden Abend predigt der Muezzin in der Mosche nach dem Gebet und gibt Sachen über die Bewohner preis.




Man erzählte sich, dem in der Wüste verirrten Musa, Moses also, sei von Gott befohlen worden, mit seinem Stab an einem Fels zu schlagen, woraufhin zwölf Quellen entsprangen, die jede in einem anderen Ton sprudelten. Und Gott hatte gesagt, Ya Musa, qiyy! O Moses, bewahre.

Mausiqi. Musik
Eine der Segnungen Gottes.






Am meisten hetzt er gegen die Christen auf und wirft ihnen Gotteslästerei vor.

Nargis möchte ihrem Mann Massud ihr Geheimnis verraten, bevor es über die Lautsprecher der Moschee der ganzen Stadt verkündet wird, doch gerät Massud auf der Grund Trunk Road ins Kreuzfeuer und stirbt.
Ab dann beginnt eine schwere Zeit für Nargis, Lily und auch Helen. Immer wieder tauchen Geheimdienstagenten bei Nargis auf und drohen ihr und sagen, dass sie bei der Gerichtsverhandlung öffentlich sagen wird, dass sie dem Mörder ihres Mannes verzeihe.
Imran ein Junger Mann der auch Moskau genannt wird, kommt aus Indien nach Pakistan um sich dort in einem Islamisten-Lager ausbilden zu lassen. Doch ziemlich schnell merkt er, dass alle dort für ihn zu fanatisch sind. Er verlässt das Lager und ist somit auf der Flucht und das Schicksal führt dazu, dass er Nargis und Helen kennenlernt. Er war an dem Tag, an dem Massud erschossen wurde auch auf der Grand Trunk Road.
Dank Imrans Charakter bindet der Schriftsteller das Kaschmir-Problem sehr gut in die Geschichte ein.
Nun ist es so, dass Helens Vater Lily eine Bindung mit der Tochter des Imams hat. Er schleicht sich nachts zu Aysha in ihr Schlafzimmer. Aysha hat ihren Mann verloren und hat einen Sohn namens Billu, der durch den Krieg seine Füße verloren hat, als er auf eine Miene getreten ist. Die Stellen im Buch mit diesem kleinen Jungen, der tapfer seine Protesen anbringt und in die Schule geht, hat mich zu tiefst berührt.
Ayshas Schwager (der Bruder ihres verstorbenen Mannes) lebt mit Aysha, Billu und Ayshas Vater dem alten Imam in einem Haus und versucht Aysha zu unterdrücken und Billu auch fanatisch zu machen.
Nun ist es so, dass eines Abends über die Lautsprecher der Mosche das Verhältnis von Lily und Aysha bekannt gegeben wird.
Ab dann beginnt im wahrsten Sinne des Wortes eine Verfolgungsjagd.
Lily muss sich verstecken. Nargis ebenfalls, denn sie möchte dem Mörder nicht verzeihen. Helen wurde durch ihren Vater ebenso zum Opfer der Fanatiker und wird als Attentäterin gesucht.
Imran ist sowieso auf der Flucht. Nargis, Helen und Imran setzten sich auf einer Insel ab, auf der Nargis und Massud ein Haus gebaut haben.


Ich muss sagen, dass ich einfach dieses Buch gebannt gelesen habe. Es ist sehr spannend und auch die Probleme die angesprochen werden gehen einem unter die Haut.

Man lernt sehr viel über die Situation in Pakistan und dann dem Kaschmir-Problem auch über die Beziehungen zwischen Indien und Pakistan.
Die Korruption der Offiziere und Geheimdiensten bringen einen dazu, sich sehr aufzuregen. Und bis zum Ende sieht das ganze so aus, dass es absolut keine Hoffnung für die Menschen des Landes gibt.
Es hat mich zu sehr erschüttert.
Absolute Leseempfehlung.


Samstag, 19. Oktober 2019

Kazim, wie schaffen wir das?


Kazim, wie schaffen wir das? Von Sonja Hartwig


Sonja Hartwig, geboren 1985, ist Autorin und Reporterin. Ihre Texte erscheinen in Magazinen und Wochenzeitungen, vor allem in der Zeit, im Stern, im Spiegel und im SZ-Magazin. Sie besuchte die Henri-Nannen-Schule und studierte Kulturwissenschaften und Journalistik in Leipzig. Quelle: Randoumhouse

Herr Kazim Erdogan, kam mit fast 21 Jahren nach Deutschland. Illegal. Wurde beinahe abgeschoben, wenn er die Zulassung für die Hochschule für das kommende Semester nicht vorgezeigt hätte. Er studierte Soziologie und Psychologie.

Er gründete eine Männergruppe für türkeistämmige Männer. Sein Verein Aufbruch Neukölln, bei welchem er der Vorstand ist, hilft Männern, mit jeglichen Problemen.

Das Buch fängt natürlich mit Kazims Geschichte an. Wie er nach Deutschland kam und wir machen eine kleine Reise in seine Heimat in die Provinz Sivas in das Dorf Gökceharman.

Am Anfang jedes Kapitels gibt es ein Hauptthema, über die sich die Männer unterhalten.
Adem, Tarkan, Mehmet, Adem, Ismail, Alisan und Kazim unterhalten sich über Themen wie Ankommen in Deutschland, Ehre, Heimat und das Gefühl Zuhause. Drogenprobleme, erfahrene Gewalt und ausgeübte Gewalt sind noch andere Themen dieses Buches.
Und in jedem der Kapitel wird dann anhand des Themas die Geschichte von einem der Männer erzählt.
Was es bedeutet sich in Deutschland nicht aufgenommen zu fühlen. Warum man trotz dass man in Deutschland geboren ist, doch nie angekommen ist.
Warum man als Vater seinen Kindern keine Liebe zeigen kann, weil man es nie vom eigenen Vater erfahren hat.
Wie leicht man handgreiflich werden kann gegenüber seinen Kindern, weil man es von der eigenen Mutter so gelernt hat.

Kazim hilft all diesen Männern und auch anderen Menschen, die bei ihm im Verein vorbei kommen. Was macht ihn so besonders? Warum reden die Menschen, die Probleme haben, mit ihm?

Kazim hat keine Vorurteile. Er verurteilt nicht die Menschen und auch nicht ihre Geschichten. Er redet mit ihnen in Augenhöhe und zeigt Respekt gegenüber ihrer Situation und versucht zu helfen, egal wie.
Das macht ihn besonders. Dass er sich als Weltmensch fühlt, macht das Ganze noch interessanter.
Viele Themen im Buch haben mich sehr berührt. Ich erinnere mich an die Geschichten meines Vaters, wie er nach Deutschland kam und kein Wort Deutsch konnte und eingeschult wurde.
Der Gedanke, dass man irgendwann wieder nach Hause geht und nur ein paar Jahre in Deutschland arbeiten wird.
Die Rechnung ist nicht aufgegangen. Wir sind hier und wir leben hier. Wir arbeiten hier und Deutschland ist unser Zuhause. Mein Zuhause sowieso von Geburt an. Die Türkei ist die ferne Heimat, die Wurzeln, die man mit sich trägt.
Das Wort „Ankommen“ hat mich sehr beschäftigt, nachdem ich dieses Buch gelesen habe. Wann kommt man an in Deutschland? Wann wird man wirklich akzeptiert? Fragen auf die ich noch einige Jahre wohl Antworten suchen werde.
Aber das ein Zusammenleben Miteinander und nicht Gegeneinander geht, das wird in diesem Buch klar.
Ich danke der Randomhouse Verlagsgruppe für dieses Rezensionsexemplar.


Sonntag, 1. September 2019

Die Weiße Rose - Wie aus normalen Deutschen Widerstandskämpfer wurden





Klappentext:

Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten Widerstandsgruppen in der deutschen Geschichte. Insbesondere die Geschwister Sophie und Hans Scholl werden immer wieder als leuchtende Vorbilder genannt. Warum hatten gerade sie den Mut, sich gegen das nationalsozialistische Unrechtssystem aufzulehnen? Miriam Gebhardt beleuchtet die Biografien der Aktivisten und macht deutlich, wie wichtig Familie, Freundschaften und Umfeld für die Mitglieder der Weißen Rose waren. Ihr Buch erzählt eine neue Geschichte der Gruppe und zeigt, wie viel die Botschaft der Widerstandsgruppe uns noch heute, 75 Jahre nach ihrem traurigen Ende, zu sagen hat.

Meine Gedanken:

Wenn man die Weiße Rose hört, denkt man automatisch an die Scholl-Geschwister. Ich zumindest dachte immer an sie. Doch in diesem Buch macht Miriam Gebhardt klar, dass hinter dieser Widerstandsgruppe noch weitere Kräfte standen. Alexander Schmorell, Kurt Huber, Christoph Probst und Willi Graf.

Bis auf Alexander Schmorell waren mir die anderen Namen nicht bekannt.

Das Buch ist in drei große Teile unterteilt. Wachstum. Auseinandersetzung. Bewährung.

Im Teil Wachstum, setzt sich Miriam Gebhardt mit den Familien der Charaktere auseinander. Gibt einen Einblick in ihre Familienverhältnisse und die die Erziehung und Bildung die sie alle genossen.

So wird schon im ersten Kapitel klar, dass diese Menschen ihre Kraft und den Mut zum Widerstand gewollt ungewollt von ihren Familien mit auf den Weg gelegt bekommen haben.

Im zweiten Teil geht es dann darum, wie die Gruppe zueinander gefunden hat und wie sie gemeinsam den Nationalsozialismus hinterfragen und ihre Aktionen starten. Sie bereiten die Flugblätter vor. Treffen sich heimlich zu Lesungen. Nehmen gefährliche Wege auf sich um die Flugblätter an ein weites Publikum heranzubringen. Immer mit der Angst erwischt zu werden.

Im dritten Teil werden die Geschwister Scholl bei ihrer Aktion dann erwischt. Wer kennt es nicht von uns? Das Bild vor den Augen von Sophie Scholl, wie sie die Flugblätter in der Universität in München in die Luft wirft.

Dann fangen die Prozesse an. Man wird Zeuge der Vernehmungen von den Geschwistern und nacheinander der anderen Hauptcharaktere. Diesen Teil habe ich, obwohl ich sehr viel über die Geschichte dieser Vernehmungen weiß, trotzdem mit Herzrasen gelesen.

Im Epilog lernt man noch einige Charaktere, die eher im Hintergrund waren, kennen. Und auch liest man darüber, wie sich die Familien, deren Kinder mit der Todesstrafe verurteilt worden sind, nach dem Tod ihrer Kinder versucht haben, einen Fuß in die Gesellschaft zu setzen. Sehr schwierig war es für sie.
 

Ich muss sagen, dass mir das Buch im Großen und Ganzen sehr gut gefallen hat. Doch in einem bin ich mir sehr unsicher. Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch nur als ein Sachbuch betiteln kann. Es ist vielmehr als nur ein Sachbuch. Ich kann es nur empfehlen.

An dieser Stelle möchte ich mich für das Rezensionsexemplar bedanken.


Sonntag, 19. Mai 2019

Kommst du Bahnhof oder hast du Auto?





Lisa "geht Aldi", Paul "muss Training" und die Freunde "sind am Abend Kino". Was die Soziolinguistin Diana Marossek "Kurzdeutsch" nennt, zeichnet sich vor allem durch einen Hang zur Verknappung aus, dem nicht bloß Präpositionen zum Opfer fallen. Marossek zeigt ungeahnte Parallelen zwischen dem sogenannten "Türkendeutsch" und älteren deutschen Sprachgewohnheiten auf, sie erklärt, was eine rituelle Beschimpfung ist und dass viele von uns "codeswitchen", ohne es zu merken. Müssen wir uns deshalb Sorgen um die deutsche Sprache machen? Nein, sie ist quicklebendig, und die Beschäftigung mit ihr macht großen Spaß. Quelle: Randomhouse

Diana Marosseks Buch ‚Kommst du Bahnhof oder hast du Auto?‘ ist ein Teil ihrer Doktorarbeit.

Dieses Buch hat mich durch ihren Untertitel ‚Warum wir so reden, wie wir neuerdings reden‘ angesprochen und deshalb habe ich es als Rezensionsexemplar angefragt. Marossek schreibt in diesem kurzen Buch sehr viel über die Kontraktionsvermeidung und auch über die Artikelvermeidung. So gibt es in dem Buch sehr viele Stellen, die Gespräche von Berliner Schülern wiedergeben, in denen zu erkennen ist, dass es auch ohne Artikel geht und das ganze als Kurzdeutsch betitelt werden kann. Persönlich als Türkin, die in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, fand ich natürlich das Kapitel ‚Türkisch‘ sehr interessant.
Türkisch ist eine Sprache, die ohne Verben auskommt. Auch benötigt es keine Präpositionen.
Marossek schreibt, dass die Gastarbeiter aus den 60er und 70er Jahren aus Italien, aber hauptsächlich aus der Türkei, das heutige Kurzdeutsch geprägt haben.

So ist es zu erkennen, dass nicht nur die Gastarbeiter, sondern auch mittlerweile die deutschen Muttersprachler sich dem kurzdeutschen bedienen.
 

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass sich Kurzdeutsch für mich sehr schlimm anhört. Aber auch ich greife zu Kurzdeutsch, wenn ich in dem Moment mir über einen Artikel nicht sicher bin und ganz genau weiß, dass es auch ohne geht.
 

Ich fand das Buch zwar interessant zu lesen, jedoch habe ich mir durch den Untertitel mehr erhofft. Ich finde, dass die Frage ‚warum wir so reden, wie wir neuerdings reden‘, nicht geklärt wurde.


Ich danke für das Rezensionsexemplar.




Sonntag, 5. Mai 2019

Die Liebe im Ernstfall

 

 


Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. In diesem Buch geht es um die Geschichte von 5 Frauen. Jede Frau bekommt ihr eigenes Kapitel und in diesen Kapiteln wird aus ihrer Perspektive erzählt.

Nachdem ersten Kapitel beim Übergang in den zweiten Kapitel wird klar, dass sich die 5 Geschichten dieser Frauen ergänzen wird. Sie sind durch ihre Schicksale verbunden und genau das macht dieses Buch aus meiner Sicht lesenswert.
Jede einzelne dieser Frauen versucht im Leben durchzukommen. Jede von ihnen hat ihre eigenen Probleme und jede von ihnen kommt auf ihre eigene Weise mit diesen Problemen klar, oder auch nicht.

Frauen, die betrogen werden, Frauen, die selbst betrügen, Frauen, die ihre Babys verlieren ...

Dieses Buch ist kein Buch über die Liebe. Nein. Es ist ein Buch über die Liebe im Ernstfall. Absolut lesenswert.

Daniela Krien hat eine sehr angenehme und tolle Schreibweise. Ich war direkt nach den ersten paar Sätzen voll in der Geschichte. Das ist zwar mein erstes Buch von Daniela Krien gewesen, bleibt aber definitiv nicht das letzte Buch.

Ich danke Diogenes für das zur Verfügung gestellt Rezensionsexemplar.

Sonntag, 17. März 2019

Farbenblind






Klappentext: Trevor Noah wurde schon als Verbrechen geboren. Er kam 1984 im südafrikanischen Township Soweto als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers zur Welt - ein Gesetzesbruch unter dem Apartheidregime. In Farbenblind erzählt Trevor Noah ebenso feinsinnig wie komisch in achtzehn Geschichten von seinem Aufwachsen in Südafrika, das den ganzen Aberwitz der Apartheid bündelt.









Das Wort Apartheid habe ich für mich persönlich aus meinem Wörterschatz entfernt. Denn das, was hinter diesem Wort steckt, ist für mich nie akzeptabel gewesen. Als ich das Buch von Trevor Noah angefragt habe, hat mich das Cover und der Titel angesprochen. Ich kannte Trevor Noah vorher nicht und wusste auch nicht, dass er ein Comedian ist. Dass er ein Comedian ist und das Zeug dazu hat, ist in seinem Buch klar ersichtlich. Zwar geht es in diesem Buch nicht um seine Karriere als Comedian, aber es gab Stellen in diesem Buch, an denen ich laut gelacht habe.





Die Apartheid liegt nicht allzu lange her. Sie wurde 1994 abgeschafft. Bis dahin war eine strikte Rassentrennung vorgeschrieben. Weiße durften nichts mit Schwarzen zu tun haben und verkehrt herum. Doch Trevors Mutter Patricia ist durch und durch eine Rebellin und lässt sich von niemanden etwas vorschreiben, außer von Gott. Somit geht sie eine außereheliche Beziehung mit Trevors Vater, der Schweizer ist, ein. Von einer all zu lange dauernden Beziehung kann man nicht sprechen. Sie möchte ein Kind von ihm und ist bereit, alle damit verbundenen Probleme auf sich zu nehmen. Somit entsteht aus dieser Beziehung Trevor. Ein Junge, der weder schwarz noch weiß ist. In seinem Buch erzählt Trevor über die Apartheid. Darüber was es bedeutet, weder weiß noch schwarz zu sein.





Zwar fühlt er sich als schwarzer aber seine helle Hautfarbe lässt es nicht zu, dass er von den Schwarzen akzeptiert wird. Er ist ein schwarzes Kind unter den weißen ein weißes Kind unter den schwarzen Kindern.





Seine Kindheit ist von den Kirchgängen seiner Mutter geprägt, die sehr gläubig ist und Trevor immer mit in die Kirche nimmt. Sie kümmert sich sehr um ihn. Aber Trevors Kindheit ist keine Leichte und ist von einer Mutter geprägt, die immer skeptisch gegenüber ihrem Kind ist. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit und definitiv der Grund dafür, warum Trevor auch zu einer starken Persönlichkeit herangewaschen ist. Man erkennt seine Liebe zu seiner Mutter durch das ganze Buch hindurch.





Während man an manchen Stellen des Buches laut auflacht, hält man an einigen Stellen inne und muss das Gelesene verkraften.





Das Kapitel Farbenblind, welches diesem Buch seinen Namen gegeben hat, war für mich eins der Kapitel, wo ich mir selbst sagte, "das kann doch nicht sein".





Ich kann dieses Buch einfach nur empfehlen. Man lernt viel über Südafrika. Ich bedanke mich für das Rezensionsexemplar.


Sonntag, 6. Januar 2019

Istanbul Istanbul






Klappentext:
Der Nebel, der sich auf Istanbuls Zeit legte, war wunderschön.





Unter den uralten Straßen Istanbuls sitzen vier Gefangene in einer Zelle. Um sich abzulenken, erzählen sie sich Geschichten aus ihrer Stadt.
Geschichten voller Liebe und Humor.
Geschichten, die ihnen helfen sollen, die Begrenzungen von Raum und Zeit aufzuheben, das Leid erträglicher zu machen und die Hoffnung stärker.





Der Autor Burhan Sönmez:
Burhan Sönmez wurde 1965 in Zentralanatolien geboren und wuchs sowohl mit der kurdischen als auch der türkischen Sprache auf. Er studierte Jura in Istanbul. Sönmez war Mitglied des türkischen Menschenrechtsvereins IHD und Gründungsmitglied der demokratischen StiftungTAKSAV. Bei einem Übergriff durch die Polizei wurde er 1996 in der Türkei schwer verletzt und anschließend dank der Freedom-from-Torture-Stiftung in England medizinisch versorgt. Er unterrichtet an der Middle East Technical University in Ankara, schreint für verschiedene unabhängige Medien und ist aktives Mitglied des türkischen und englischen PEN. Burhan Sönmez lebt mit seiner Familie in Istanbul und Cambridge. Seine preisgekrönten Romane erscheinen inzwischen in über zwanzig Ländern. (Quelle:Randomhouse.de)





„Eigentlich ist es eine lange Geschichte, aber ich mache es kurz.“ So fängt der Student Demirtay an, seine Geschichte zu erzählen. Er sitzt mit drei weiteren Insassen - einem Doktor, einem Barbier und Küheylan Dayi in einem Gefängnis, welches sich tief unter den Straßen von Istanbul befindet.
Sie sitzen gemeinsam in Zelle 40. Von dort aus können sie Zelle 31 sehen, in der ein Mädchen sitzt, die nur mit ihren Augen redet.
Reden tun die vier Männer auch, aber nicht über sich, auch nicht über den Grund, warum sie inhaftiert sind. Über sich selbst zu reden wäre zu gefährlich. Denn sie werden nacheinander von den Wächtern abgeholt, gefoltert und dann wieder in die Zelle zurückgeworfen. Man weiß nicht, ob einer der Mithaftierten beim nächsten Mal etwas preisgeben könnte. Also erzählen sie sich Geschichten. Geschichten über die Liebe, Geschichten über die Menschen.
Und viele Geschichten über Istanbul, die weit über ihren Köpfen ihren ganz normalen Alltag lebt.
Insgesamt werden an zehn Tagen Geschichten erzählt. Die einleitenden Titel, wer etwas erzählt ist manchmal irreführend. Schon allein im ersten Kapitel, in dem der Student Demirtay zu erzählen beginnt, übernimmt Küheylan Dayi mehr als die Hälfte des Kapitels das Wort.
Jedoch fühlt man sich durch die Ich-Perspektive den Erzählern befremdlich nah.





Jeder weiß, wie die aktuelle politische Lage in der Türkei ist und wieviele Anwälte, Schriftsteller, Politiker etc. in Haft sitzen. Burhan Sönmez hat das Buch in der Originalfassung 2015 schon veröffentlicht. Auch nach dem Putsch im Jahre 1980 in der Türkei, saßen viele bekannte Menschen in Haft. Wer zwischen den Zeilen liest, merkt, was er erzählen möchte, aber für mich war dieses Buch durch und durch eine Liebeserklärung an Istanbul."Als ich mit Mahizer verlobt war, schenkte ich ihr Romane und Lyrikbände. Unser Literaturlehrer auf dem Gymnasium pflegte zu sagen, jeder Mensch hat seine eigene Sprache, den einen versteht man anhand von Blumen, den anderen durch Bücher ..." Seite 20





"Als ich mit Mahizer verlobt war, schenkte ich ihr Romane und Lyrikbände. Unser Literaturlehrer auf dem Gymnasium pflegte zu sagen, jeder Mensch hat seine eigene Sprache, den einen versteht man anhand von Blumen, den anderen durch Bücher ..." Seite 20










Donnerstag, 19. Juli 2018

Unorthodox

Info:

Am Tag seines Erscheinens führte »Unorthodox« schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft. Wenige Monate später durchbrach die Auflage die Millionengrenze. In der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt. (Quelle: Randomhouse)

Deborah Feldman:

DEBORAH FELDMAN (geb. 1986, New York) wuchs in der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, auf. Ihre Muttersprache ist Jiddisch. Sie studierte am Sarah Lawrence College Literatur. Heute lebt die Autorin als Schriftstellerin mit ihrem Sohn in Berlin. (Quelle: Randomhouse)

 

Deborah lebt mit ihren Großeltern in Williamsburg, einem Stadtteil von Brooklyn, in der nur unorthodoxe chassidische Juden, die der Satmarer Glaubensgemeinschaft angehören, leben. Ihre Mutter hat von Anfang an alle Regeln gebrochen und die Gemeinde verlassen. Ihr Vater scheint geistig nicht imstande zu sein, eine Tochter groß zu ziehen.

Von Anfang an erzählt Deborah von Regeln und Anweisungen in der Gemeinde, an die sich Frauen strikt halten müssen. Sie bekommt zwar eine schulische (Religionsschule für Mädchen) Bildung, doch nur das Notwendigste. Denn Frauen sind dafür da, dass sie sich auf ihre Heirat, die arrangiert wird, konzentrieren und ihrem Mann dienen. Ihre Schönheit dürfen sie nicht präsentieren.

Doch das Schlimmste für Deborah ist, dass Bücher verboten sind. Bücher würden ihre Fantasie verstärken, sie könnte wissen, dass es auch ein anderes lebenswertes Leben da draußen gibt. Doch sie traut sich in eine Bibliothek und lässt sich einen Ausweis ausstellen. Sie leiht die Bücher aus und liest sie heimlich. Versteckt sie nachts beim Schlafen unter der Matratze ihres Bettes.

Die Satmarer Chassiden sehen den Holocaust als Strafe Gottes dafür an, dass sie nicht fromm genug waren. Somit leben sie nach strengen Regeln, um einem zweiten Holocaust zu entgehen. Diese Stelle im Buch hat mich sehr entsetzt. Wie kann man an so etwas glauben?!
„Wir lernen in der Schule, Gott habe Hitler gesandt, um die Juden dafür zu bestrafen, sich selbst erleuchtet zu haben. Er kam, um uns zu reinigen, um alle assimilierten Juden zu vernichten, alle frejen Jidden, die dachten, sie könnten sich selbst vom Joch, die Auserwählten zu sein, befreien“

 

Deborah fängt schon in jungen Jahren an, die Regeln ihrer Gemeinde zu hinterfragen. So geht sie heimlich mit ihrer Freundin ins Kino und sie hören gemeinsam Musik.

Nach ihrem Abschluss in der religiösen Mädchenschule arbeitet sie dort als Lehrerin, obwohl sie keine wirkliche Ausbildung dafür hat.

Mit 17 Jahren geht sie eine arrangierte Ehe mit dem 6 Jahre älteren chassidischen Juden Eli ein. Ich glaube, sie erhofft sich durch die Ehe ein wenig mehr Freiheit, doch dem ist nicht so. Da Deborah sexuell nicht aufgeklärt ist, weiß sie nicht, was auf sie in der Hochzeitsnacht zukommt. Der Geschlechtsverkehr kann nicht vollzogen werden, da Deborah eine ausgeprägte Form des Vaginismus hat. Sie holt sich professionelle Hilfe.

Sie wird erst nach einem Jahr schwanger. Auch das schwanger werden ist nicht so einfach, denn sie muss sich an Rituale halten. Eine unorthodoxe Frau ist unrein während ihrer Menstruation und muss, um Sex haben zu können, mittels 14 weißen Tüchern 7 Tage nach der Menstruation nachweisen, dass sie morgens und abends an diesen 7 Tagen tatsächlich nicht geblutet hat. Zum Zeichen ihrer Reinheit muss sie in einem Mikwe (jüdisches Ritualbad) baden. Erst dann kann sie den Akt des Geschlechtsverkehrs vollziehen.

An diesen Stellen des Buches habe ich parallelen zu meiner eigenen Religion gefunden. Eine muslimische Frau darf während ihrer Menstruation das Tagesgebet nicht vollziehen, nicht aus dem Koran lesen, in der Fastenzeit Ramadan nicht fasten. Nach der Menstruation vollzieht sie ein Ritualbad in ihren eigenen vier Wänden. Deshalb habe ich mich als Frau, sehr angegriffen gefühlt, als ich mir vorgestellt habe, dass ich mit Tüchern nachweisen müsse, dass ich wieder rein bin und an einem öffentlichen Ritualbad teilnehmen muss. So etwas ist schier unvorstellbar und für eine 17-jährige, wie Deborah es zu diesem Zeitpunkt war wohl sehr beschämend.

Für Deborah steht nach der Geburt ihres Sohnes fest, dass sie die Glaubensgemeinschaft verlassen wird, bevor ihr Sohn drei Jahre alt ist und dann eine religiöse Schule besuchen muss. Deborah verlässt die Glaubensgemeinschaft zusammen mit ihrem Sohn und lebt seit dem in Berlin.

Dieses Buch hat mich als Frau sehr bewegt. Ich habe keine Geschichte gelesen, die sich im 18. oder 19. Jahrhundert abgespielt hat. Nein, es ist eine Geschichte meines Zeitalters. Deborah ist gerade mal vier Jahre jünger als ich, und ich glaube, diese Tatsache, hat mich am meisten bewegt und entsetzt.

Ich danke an dieser Stelle der Randomhouse Verlagsgruppe für das Rezensionsexemplar.

 

Sonntag, 14. Januar 2018

Hast du schon mal ein Genie kennengelernt? - Das Genie von Klaus Cäsar Zehrer



Hast du schon mal ein Genie kennengelernt?

Klappentext:
Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der amerikanischen Presse als „Wunderjunge von Harvard“ gefeiert. Sein Vater Boris, ein bekannter Psychologe mit dem brennenden Ehrgeiz, die Welt durch Bildung zu verbessern, triumphiert. Er hat seinen Sohn von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Dank der „Sidis-Methode“ könne jedes Kind zum Genie erzogen werden, behauptet er. Doch als William erwachsen wird, weigert er sich, die Erwartungen zu erfüllen, die seine Eltern und die Gesellschaft in ihn gesetzt haben. Stattdessen versucht er, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten - mit aller Konsequenz.

Inhalt:
Das Buch beginnt viele Jahre vor Williams Geburt. Wir lernen als erstes seinen Vater Boris Sidis kennen und die Geschichte beginnt, wie er seinen Fuß auf amerikanischem Boden setzt und seinen zwei Freunden, die er auf dem Schiff kennengelernt hat, die Freundschaft kündigt.
Boris Sidis wurde in eine jüdisch-russische Familie geboren und emigrierte 1887 nach Amerika.
Er wurde als 17-jähriger in damals Russland, heute Ukraine inhaftiert, da er sich für die Schulbildungen russischer Bauern einsetzte. Nach fünf Jahren gelang es ihm ein Philosophiestudium an der Harvard University aufzunehmen.
1894 Heiratete er Sarah Mandelbaum. Das was er für sie empfand, scheint keine Liebe zu sein. Denn Liebe war eines der Sachen, mit dem sich Boris nicht auskannte. Er sah in Sarah das Potential, eine geeignete Mutter für seine Kinder zu sein. Er unterstützte sie in der Lehre. Somit wird aus Sarah eine Akademikerin und sie studiert Medizin.

1898 wird William James Sidis als erstes Kind aus dieser Ehe geboren. Boris Sidis und seine Frau Sarah erziehen William vom ersten Tage an nach der Sidis-Methode und somit wird aus dem kleinen William ein Genie.
Mit 18 Monaten kann er lesen. Einige Spiele die für andere Kinder in ihrer Entwicklung wichtig sind, sind für ihn absurd und langweilig.
Er wird vorzeitig eingeschult und überspringt Klasse für Klasse. Mit 11 Jahren wird er an der Harvard University als Wunderkind angenommen und beginnt sein Studium und schließt ihn mit dem Bachelor ab.
Danach lehrt er an der Harvard University. Von seinen Schülern, die älter waren als er, wurde er nicht ernst genommen und bedroht. Nach dieser Bedrohung sicherten seine Eltern ihm eine seine Eltern einen Job als Assistent.
Ab diesem Moment begann ein Abbruch zu seinen Eltern. Er distanzierte sich von ihnen. Er meldete sich lediglich bei seiner Schwester, und das auch nur wenn er Geld benötigte. Er arbeitete als Schaffner und sammelte Straßenbahntickets. Er war definitiv ein Neurotiker.
Die Medien berichteten über ihn. Gegen den damaligen The New Yorker erstatte er Anzeige. Dabei ging es um einen Artikel, von dem William behauptete, dass er sich in seiner Privatsphäre gekränkt fühle und viele Qualen durch den Artikel erleiden musste.
Er gewann.
Im Jahre von 46 verstarb William James Sidis an einer Gehirnblutung.

Meine Meinung:
Ich hatte den Namen William James Sidis vorher noch nie gehört. Im Buchhandel schaute mich der Junge auf dem Buchcover an. Es war eine Trauer in seinen Augen zu sehen. Ich habe mich als erstes nicht an das Buch herangetraut, da es mit seinen 656 Seiten schon abschreckt.
Danach habe ich einige Instagram-Beiträge über das Genie gesehen und habe das Buch letztendlich bei Diogenes angefragt. Ich danke an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar.
Ich lese sehr gerne Autobiographien/Biographien. Doch ein Roman über ein Genie, war diesmal viel interessanter, weshalb ich das Buch unbedingt lesen wollte.
Dass das Buch 656 Seiten hatte, hat mich am Ende dann überhaupt nicht mehr gestört, denn Zehrer hat diesen Roman so toll geschrieben, dass ich auch noch weiter gelesen hätte.
William James Sidis war ein Genie. Seine Eltern haben etwas sehr großes vergessen, als sie ihn zu einem Genie herangezogen haben. Sozialkompetenz und Liebe. Die letzten Seiten des Buches haben mich sehr traurig gestimmt.

Klaus Cäsar Zehrer habe ich auf der Frankfurter Buchmesse dann getroffen und mein Exemplar signieren lassen. Bis dahin hatte ich die ersten paar Seiten des Buches und einige Artikel über William James Sidis gelesen. Ich habe mich auf diesen Wunderling vorbereitet.
Er sah auch nicht ein, aus welchem Grund man ein Studium aufnehmen sollte. Sich jahrelang einen vorgekauten, vorverdauten Wissensbrei einzuverleiben, dachte er, ist gewiss nicht der geeignetste Weg, ein originell denkender Mensch zu werden. Der brauch in erster Linie eine gut ausgestattete Bibliothek. Außerdem viel Zeit und Muße zum Nachdenken. Das ist alles.

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr


Info: Eine traumhafte Liebesgeschichte und eine Reise durch das menschliche Gehirn als rasantes zamonisches Abenteuer


Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich.






Prinzessin Dylia leidet an einer sehr schlimmen Krankheit im ganzen Königreich. Sie kann tagelang, manchmal sogar wochenlang nicht schlafen. Somit hat sie sehr viel Zeit sich außerordentliche Sachen zusammenzudenken. Pfauenwörter die sie Tag für Tag abhakt, und immer wenn sie sie benutzt hat, kommt die riesige Spinne und nimmt die Pfauenwörter mit.

Sie besteigt die Turmtreppen, die mit wunderschönen Zeichnungen im Buch dargestellt sind.

Eines Tages erscheint aufeinmal der alptraumfarbene Nachtmahr Opal im Gemach der Prinzessin. Prinzessin Dylia denkt natürlich, dass das ein Hirngespinst ist, das sie übermüdet ist.

Doch Opal ist wahrhaftig wahr und kündet der Prinzessin an, dass er da ist um sie in den Wahnsinn zu treiben. Doch vorerst möchte er eine interessante Reise mit ihr vornehmen. In die dunkelsten Ecken ihres Gehirns. Ab sofort beginnt eine skurrile, absurde Reise im Gehirn von der Prinzessin.

 

Meine Meinung:

Ich habe vorher noch kein einziges Buch von Walter Moers gelesen und Freunde, die seine Bücher kennen, sagten mir, dass dies vielleicht das falsche Buch ist, um mit Moers zu beginnen und dass er auf seine Art eigenartig ist und dass man seine Bücher entweder mag oder nicht mag.

Ich muss sagen, ich habe das Buch gemocht. An einigen Stellen fand ich es zwar langatmig, aber die Phantasie, die Moers beim Schreiben benutzt, genauso wie die wundervollen Zeichnungen, die in dem Buch vorhanden sind, haben dazu gefüht, dass ich dem Buch 4 Sterne gegeben habe.

Es wird definitiv nicht mein letztes Moers Buch sein.

 

 

 

Samstag, 30. Dezember 2017

Freiheit



Am vorletzten Tag  des Jahres möchte ich über den Buch-Kalender 2018 Freiheit von Paulo Coelho erschienen im Diogenes Verlag erzählen.

Der Buch-Kalender von Paulo Coelho im Jahr 2018 hat sich als Thema die Freiheit ausgewählt.

Wie üblich hat die kolumbianische Künstlerin Catalina Estrada die Zeichnungen für den Kalender angefertigt.

Eingeleitet wird der Kalender mit einem Zitat aus „Die Spionin“.
Aufrichtigkeit nimmt der Lüge den Wind aus den Segeln.

Danach sind auf zwei Seiten die Jahresüberblicke für 2018 und 2019 zu sehen.



Gefolgt auf weiteren Seiten hat man dann einen Jahresüberblick für das ganze Jahr 2018, welches sehr nützlich sein kann.



Und danach beginnt ein wunderschöner Kalender, ein persönliches Buch mit sehr schönen Zeichnungen jeweils zwischen den Übergängen der Monate. Jeder Monatsbeginn hat eine Seite für Gedanken frei gelassen, die mit Ideen, Inspirationen, Terminen direkt am Anfang einen Vorschau auf das kommende Monat geben.



Jede Kalenderwoche besitzt ein Zitat aus den bekannten Büchern von Coelho als Fußzeile.



Mit den gewählten bunten Farben der Zeichnungen bereitet dieser Kalender durch und durch eine Vorfreude um Termine und Gedanken niederzuschreiben.

Ich danke Diogenes für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Am liebsten sind mir die Problemzonen, die ich noch gar nicht kenne



Jede Frau ist schön – sie soll es nur nicht wissen
Ob in der Stadt, in Zeitschriften oder auf Instagram: Überall begegnen uns Fotos von trügerisch perfekten Frauenkörpern, die für schöne Achseln, Diäten und weißere Zähne werben. Bilder, die uns Unsicherheiten einreden, um uns die Lösungen gleich mitzuverkaufen. Man kann daran verzweifeln – oder man kann sich vom Optimierungswahn befreien, am besten mit Humor! Corinne Luca erzählt in ihrem Buch ehrlich und mit einem Augenzwinkern, was es heutzutage heißt, eine Frau zu sein. Und kommt zu dem Schluss: Wir müssen uns nicht täglich eine neue Problemzone einreden lassen!

Die Autorin: Corinne Luca




Corinne Luca ist Bloggerin und schreibt für Edition F und bento. 2016 gewann sie für ihr Blogmagazin makellosmag den renommierten Grimme Online Award. Ihre Parodie auf Ronja von Rönne nannte Ijoma Mangold (Die ZEIT) „brillant“. Corinne Luca lebt mit Mann und zwei Töchtern in Berlin.


Inhalt:

Mit den Worten, jede Frau ist schön, sie soll es nur nicht wissen, nimmt Corinne Luca sämtliche Frauenzeitschriften, Instagram und co. auseinander.
Ihr witziges und zum Nachdenken bringendes Buch fängt sie damit an zu erklären, wie sie angefangen hat Zeitschriften zu lesen, und was ihr nach und nach klar geworden ist. Nämlich, dass heutzutage der Frau, ja nur der Frau vorgeschrieben wird, wie sie sich zu kleiden hat, welche Farbe zu ihren Lippen passt und mit welchem Shampoo ihre Haare mehr Glanz etc. bekommen.

Eine Werbebranche durch und durch, die der Meinung ist, dass sie das beste für dich als Frau zu wissen weiß. So ist es überhaupt kein Zufall, dass auf der einen Seite von einem neuen Lippenstift erzählt wird, die deine Lippen dicker zeigen sollen und siehe da, wie nett sie doch sind, du hast ein Pröbchen dazu bekommen. :)

Schöne Achseln, gewachst oder mit Behaarung, Diäten die dich in 2.4 Tagen 3 Kilo abnehmen lassen, Bilder die auf Instagram dir einreden, dass du zu dick bist - dies sind alles Themen dieses Buches.

Meine Gedanken:

Ich habe mir noch nie eine Frauenzeitschrift gekauft. Ich habe sie lediglich durchgeblättert, wenn ich beim Arzt im Wartezimmer saß. Mein Gedanke beim Lesen dieser Zeitschriften ist nämlich diese - "ja, ja, als wüsstest du, welche Probleme ich wirklich habe."

Als eine 35-jährige Frau mit Lipödem im Stadium zwei weiß ich sehr gut, was die Gesellschaft so denkt, wenn sie mich sieht. "Boah ist die fett."

Nein ich bin nicht fett, ich bin nur krank und mache genug um dieser Krankheit entgegen zu wirken. Da brauche ich keine Zeitschriften, die mir weitere Probleme zureden.


Ich empfand das Buch als lesenswert. Danke an Heyne für das Rezensionsexemplar.


 


Das Lied des Achill

  Das Lied des Achill handelt über die bekannte Geschichte des Gottes Achills, der vor Troja gekämpft hat um Helena zu retten.  Das Achill ...