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Sonntag, 23. Mai 2021

Die Geschichte der HeLa-Zellen

 

Rebecca Skloot saß in ihrem Biologieunterricht mit 16 Jahren und hörte dort zum ersten Mal von ihrem Lehrer den Namen Henrietta Lacks und ihren Zellen, die unsterblich waren und in der Wissenschaft für große Fortschritte geholfen hatten und immer noch halfen.

Sie begann danach über Henrietta Lacks zu recherchieren, doch sehr viel fand sie nicht. Über zehn Jahre hat sie für dieses 2010 erschienene Buch recherchiert. Sie hat über 1000 Stunden mit Gesprächen mit Angehörigen von Henrietta, Medizinern, Ethikkommissionen und Wissenschaftlern verbracht.

Quelle: Wikipedia

 

1951 wurde bei Henrietta Lacks, die damals 31 Jahre alt war, Gebärmutterhalskrebs festgestellt. Henrietta hatte damals 5 Kinder, war 1,50 Meter groß und war in armen Verhältnissen aufgewachsen und als Farbige wurde sie auch nach Rassentrennung natürlich im John Hopkins Krankenhaus unter nicht allzu guten Voraussetzungen behandelt. 

Bei der ersten Operation nahm man von ihrem Tumor ein wenig Gewebe weg und Henriettas Zellen vermehrten sich. Jeden Tag immer mehr und so leben ihre Zellen heute noch unter uns und werden in der Medizin verwendet. Man hat durch ihre Zellen sehr viele Medikamente entwickeln können, vor allem gegen Polio. 

Doch man hat Henrietta niemals darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihr entnommenes Gewebe weiter genutzt und in der Forschung eingesetzt wird. 

Genauso wenig wusste es ihre Familie. Während die Wissenschaft Gewinn durch Henriettas Zelllinie machte, lebte ihre Familie in armen Verhältnissen weiter, konnte sich noch nicht einmal eine Krankenversicherung leisten.

20 Jahre nach Henriettas Tod erfuhr ihre Schwiegertochter per Zufall von Henriettas immer noch lebenden Zellen. Danach fing für die Familie vor allem für Henriettas Tochter Deborah eine schwere Zeit an. Sie wurden auf Schritt und Tritt verfolgt. Jeder wollte etwas über ihre Mutter wissen, währen sie noch nicht einmal selbst etwas über ihre Mutter wussten, da sie sehr klein waren, als Henrietta 1951 verstarb.

Rebeca Skloot erzählt auf sagenhaften 423 Seiten die komplette Geschichte Henriettas und auch ihre eigene Geschichte mit Deborah. Sie hat ziemlich lange gebraucht, bis sie an Deborah ran kam. Deborah hatte nämlich höllische Angst davor, dass Rebecca von irgendjemandem engagiert worden ist und auch nur hinter Geld her war. 

Während man das Buch liest, stellt man sich die Frage, was mit der Familie gewesen wäre, wenn sie von Anfang an gewusst hätten, dass die Zellen ihrer Mutter/Ehefrau unsterblich sind. Wenn sie ein Recht gehabt hätten, an dem Gewinn, den man durch die Zellen gemacht hat, beteiligt zu werden.

Genauso ist es erschreckend, dass man nachdem einem Gewebe entnommen worden ist, einfach nicht mehr darüber entscheiden kann, was mit diesem Gewebe danach passiert. Sobald es unseren Körper verlassen hat, ist es nicht mehr Bestandteil unseres Körpers und Anklagen werden zurückgewiesen.

Ich kann nur sagen, absolute Leseempfehlung.

Sonntag, 6. Januar 2019

Istanbul Istanbul






Klappentext:
Der Nebel, der sich auf Istanbuls Zeit legte, war wunderschön.





Unter den uralten Straßen Istanbuls sitzen vier Gefangene in einer Zelle. Um sich abzulenken, erzählen sie sich Geschichten aus ihrer Stadt.
Geschichten voller Liebe und Humor.
Geschichten, die ihnen helfen sollen, die Begrenzungen von Raum und Zeit aufzuheben, das Leid erträglicher zu machen und die Hoffnung stärker.





Der Autor Burhan Sönmez:
Burhan Sönmez wurde 1965 in Zentralanatolien geboren und wuchs sowohl mit der kurdischen als auch der türkischen Sprache auf. Er studierte Jura in Istanbul. Sönmez war Mitglied des türkischen Menschenrechtsvereins IHD und Gründungsmitglied der demokratischen StiftungTAKSAV. Bei einem Übergriff durch die Polizei wurde er 1996 in der Türkei schwer verletzt und anschließend dank der Freedom-from-Torture-Stiftung in England medizinisch versorgt. Er unterrichtet an der Middle East Technical University in Ankara, schreint für verschiedene unabhängige Medien und ist aktives Mitglied des türkischen und englischen PEN. Burhan Sönmez lebt mit seiner Familie in Istanbul und Cambridge. Seine preisgekrönten Romane erscheinen inzwischen in über zwanzig Ländern. (Quelle:Randomhouse.de)





„Eigentlich ist es eine lange Geschichte, aber ich mache es kurz.“ So fängt der Student Demirtay an, seine Geschichte zu erzählen. Er sitzt mit drei weiteren Insassen - einem Doktor, einem Barbier und Küheylan Dayi in einem Gefängnis, welches sich tief unter den Straßen von Istanbul befindet.
Sie sitzen gemeinsam in Zelle 40. Von dort aus können sie Zelle 31 sehen, in der ein Mädchen sitzt, die nur mit ihren Augen redet.
Reden tun die vier Männer auch, aber nicht über sich, auch nicht über den Grund, warum sie inhaftiert sind. Über sich selbst zu reden wäre zu gefährlich. Denn sie werden nacheinander von den Wächtern abgeholt, gefoltert und dann wieder in die Zelle zurückgeworfen. Man weiß nicht, ob einer der Mithaftierten beim nächsten Mal etwas preisgeben könnte. Also erzählen sie sich Geschichten. Geschichten über die Liebe, Geschichten über die Menschen.
Und viele Geschichten über Istanbul, die weit über ihren Köpfen ihren ganz normalen Alltag lebt.
Insgesamt werden an zehn Tagen Geschichten erzählt. Die einleitenden Titel, wer etwas erzählt ist manchmal irreführend. Schon allein im ersten Kapitel, in dem der Student Demirtay zu erzählen beginnt, übernimmt Küheylan Dayi mehr als die Hälfte des Kapitels das Wort.
Jedoch fühlt man sich durch die Ich-Perspektive den Erzählern befremdlich nah.





Jeder weiß, wie die aktuelle politische Lage in der Türkei ist und wieviele Anwälte, Schriftsteller, Politiker etc. in Haft sitzen. Burhan Sönmez hat das Buch in der Originalfassung 2015 schon veröffentlicht. Auch nach dem Putsch im Jahre 1980 in der Türkei, saßen viele bekannte Menschen in Haft. Wer zwischen den Zeilen liest, merkt, was er erzählen möchte, aber für mich war dieses Buch durch und durch eine Liebeserklärung an Istanbul."Als ich mit Mahizer verlobt war, schenkte ich ihr Romane und Lyrikbände. Unser Literaturlehrer auf dem Gymnasium pflegte zu sagen, jeder Mensch hat seine eigene Sprache, den einen versteht man anhand von Blumen, den anderen durch Bücher ..." Seite 20





"Als ich mit Mahizer verlobt war, schenkte ich ihr Romane und Lyrikbände. Unser Literaturlehrer auf dem Gymnasium pflegte zu sagen, jeder Mensch hat seine eigene Sprache, den einen versteht man anhand von Blumen, den anderen durch Bücher ..." Seite 20










Das Lied des Achill

  Das Lied des Achill handelt über die bekannte Geschichte des Gottes Achills, der vor Troja gekämpft hat um Helena zu retten.  Das Achill ...