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Freitag, 9. Juni 2017

Elefant - Ein Miniatur-Wesen schleicht sich in unsere Herzen



Hardcover Leinen
352 Seiten
erschienen am 18. Januar 2017

978-3-257-06970-9
€ (D) 24.00 / sFr 32.00* / € (A) 24.70


Klappentext:
Ein Wesen, das die Menschen verzaubert: ein kleiner rosaroter Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet. Plötzlich ist er da, in der Höhle des Obdach­losen Schoch, der dort seinen Schlafplatz hat. Wie das seltsame Geschöpf entstanden ist und woher es kommt, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er möchte daraus eine weltweite Sensation machen. Allerdings wurde es ihm entwendet. Denn der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tiers begleitet hat, ist der Meinung, etwas so Besonderes müsse versteckt und beschützt werden.

Inhalt:
Die Geschichte startet im Jahre 2013 und endet am 18. Dezember 2018.
Der Genforscher Roux möchte einen rosaroten Elefant, der Nachts leuchtet zeugen. Dafür landet sein Weg in Zirkus Pellegrini, in dem er die Elefantenkuh Asha als Leihmutter aussucht.
Asha wird mit dem Embryo befruchtet.
Der burmesische Elefantenflüsterer Kaung begleitet Asha durch ihre Schwangerschaft. Dr. Reber der in einem bestimmten Ryhtmus Ultraschallaufnahmen von Asha macht, bemerkt, dass das Baby-Elefant im Bauch nicht wächst. Er ist der Meinung, dass es nicht überleben wird, auch wenn es geboren wird.
Roux ist es egal. Denn er ist davon entzückt, dass das Elefanten-Baby klein bleibt. Denn nun kann er, neben der Sensation, den er mit einem rosaroten Elefanten erwartet, das Miniatur-Wesen auch noch als Spielzeug verkaufen.

Kaung der absolut davon überzeugt ist, dass der rosarote Elefant heilig ist, überredet Dr. Reber dazu, ihn vom Zirkus wegzubringen und Roux zu entwenden.
Dr. Reber passt als erstes auf den Elefanten bei sich auf. Kaung lässt heimlich Milch für den kleinen Elefanten, der gerade mal 40 cm hoch, und 30 cm breit ist, bringen.
Währenddessen gibt Roux keine Ruhe. Er möchte das Experiment erneut starten und sucht erneut Asha dafür aus.
Irgendwann wird der Zirkusdirektor Pellegrini von einem seiner Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht, dass Kaung heimlich Milch an einen anderen Mann übergibt. Somit fallen Dr. Reber und Kaung auf und dann beginnt eine wahnsinnige Verfolgungsjagd nach dem Elefanten.
Dr. Reber bringt den Elefanten in die städtische Obdachlosenszene und setzt ihn dort in einer Höhle ab.
Dr. Reber ertrinkt nach dieser Verfolgungsjagd, jedoch ist Sabu (so wird der Elefant später heißen) von Roux nicht mehr auffindbar. Somit, gerettet.

Schoch findet einen rosaroten Elefanten in seiner Höhle ...

Fritz Schoch ist ein Investmentbanker, der nach seiner Trennung von seiner Frau schon seit zehn Jahren auf der Straße lebt und Alkoholiker ist. Somit ist es überhaupt nicht wunderlich, dass er denkt, dass er mal wieder zuviel getrunken hat, als er auf einmal einen rosaroten Elefanten in seiner Höhle entdeckt.
Nach ein paar Stunden wird Schoch klar, dass er nicht halluziniert. Er denkt, dass irgendetwas mit dem Elefanten nicht stimmt und bringt ihn in die "Gassenklinik", in der Dr. Valerie Sommer ehrenamtlich sich um die Tiere der Obdachlosen kümmert.

Sabu im Villenviertel von Zürich ...

Valeries Eltern waren wohlhabend und besitzen eine Villa im Zürichberg. Sie bringt Schoch und Sabu zu dieser Villa. Sie selbst lebt seit 22 Jahren nicht mehr dort und kann noch nicht mal eine Nacht dort übernachten.
Sie kündigt ihren Job im Hospital und geht nur noch zu der Gassenklinik, damit sie jeden Tag Schoch und dem Elefanten Nahrung bringen kann. Viele Tage halten sie sich dort versteckt. Schoch begeht den Fehler nach seinem Verschwinden, an einem Tag der Sehnsucht zu den Obdachlosen zu gehen. Dort wird er von Bolle gesehen. Dass Schoch mit einem rosaroten Elefantenspielzeug gesehen wurde, spricht sich sehr schnell rum und somit geht die Verfolgung weiter. Mit Kaungs Hilfe, der mittlerweile Valerie in der Gassenklinik als Hundeflüsterer hilft, arbeitet, werden sie den Elefanten nach Myanmar bringen. In dieser Stadt wird Sabu Barisha gehuldigt.

Meine Meinung
Ich fand das Buch sehr spannend. Von Anfang an war klar, wer der Böse und der Gute in dieser Geschichte ist. Dass das Buch, welches aus drei Teilen besteht, zwischen den verschiedenen Szenen und Orten hin und her springt, verleiht dem ganzen eine spannende Entwicklung, welches dazu führte, dass ich das Buch nicht aus der Hand lassen wollte. Am Ende des zweiten Teiles, stirbt Doktor Reber, was mich schon ein wenig traurig gemacht hat.
Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass ich vorher noch nie ein Buch von Suter gelesen habe. Es hat sich nicht ergeben. Somit steht fest, dass das nicht mein letztes Suter-Buch wird.

Ich bedanke mich an dieser Stelle beim Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

- so many books, so little time.

Charlotte Salomon "Es ist mein ganzes Leben"



Margret Greiner 
Charlotte Salomon. "Es ist mein ganzes Leben"
Biografie 
328 Seiten 
Mit zahlreichen Farbabbildungen aus Salomons Werk 
19,99 € 
KNAUS VERLAG, München 


Margret Greiner studierte Germanistik und Geschichte in Freiburg i.Br. und München. Viele Jahre arbeitete sie als Lehrerin und Journalistin. Sie hat sich immer wieder mit außergewöhnlichen Frauenleben beschäftigt, zuletzt erschienen die erzählten Biografien "Auf Freiheit zugeschnitten. Emilie Flöge: Modeschöpferin und Gefährtin Gustav Klimts" und "Charlotte Berend-Corinth und Lovis Corinth: Ich will mir selbst gehören." Margret Greiner lebt in München.

Zum 100. Geburtstag von Charlotte Salomon - eine Biografie entlang ihres wichtigsten Werks
Wer ist die junge Frau, die sich ihr Leben durch das Malen mit so beeindruckender Kraft angeeignet und auf diese Weise dem Tod getrotzt hat?


Die Malerin Charlotte Salomon - als 26-Jährige in Auschwitz ermordet - hinterließ über tausend autobiografische Bilder.

Margret Greiner hat die historischen Tatsachen recherchiert und erzählt atmosphärisch und mit großer Nähe zu Salomons Werk vom kurzen tragischen Leben der Künstlerin.



Das Buch

 

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in der Albert Salomon (Charlottes Vater) und Paula Lindberg (Charlottes Stiefmutter und Opernsängerin) nach Villefranche reisen um Charlottes Freundin Ottilie zu besuchen. Als sie das Haus Ottilies betreten, sehen sie einige Gemälde an der Wand, von denen klar ist, dass sie aus den Händen Charlottes entstanden sind.
Paula Lindberg traut sich danach zu fragen, ob sie die Bilder bekämen und wird von Ottilie mit den Worten

"Das schminken Sie sich mal ab ... Die Bilder sind mein Eigentum, kein einziges davon gebe ich her"


, sehr hart angegangen.

Daraufhin holt sie aus dem Keller drei Kartons und überreicht es den Eltern. Und genau an dieser Stelle beginnt unsere Reise mit Charlotte. Denn was Ottilie zu diesem Zeitpunkt nicht wusste war, dass sich in diesen Kartons das Werk Leben? Oder Theater? befand, welches Charlotte in 18 Monaten gezeichnet hatte. Sie zeichnete 1385 Gouachen und davon bündelte sie 769 Blätter und gab diese zur Aufbewahrung an Dr. Moridis mit den Worten

"Es ist mein ganzes Leben."




Nachdem Prolog führ Margret Greiner uns durch die einzelnen Stationen im Leben Charlottes.
Charlotte wurde am 16.04.1917 in Berlin geboren. Als sie 8 Jahre alt war begann ihre Mutter Franziska Salomon Selbstmord. Dass ihre Mutter sich umgebracht hat, blieb ihr jahrelang verborgen. Nach Franziskas Tod  war das Haus Salomons durch Dienstmädchen geprägt.

Im Kapitel Fenster zum Leben erklärt Greiner mit bildreichen Worten, wie Charlotte ihre Mutter zeichnet, die am Fenster steht und sich danach hinunterwerfen wird.

1930 heiratet Albert Salomon die Sängerin Paula Lindberg. Charlotte ist von Anfang an von Paula angetan. In ihren Zeichnung über diese Ehe und über Paulas Opern-Karriere gibt sie ihr den Namen Paulinka Bimbam.

Nachdem im Jahre 1933 Adolf Hitler als Reichskanzler ernannt wird, verlässt Charlotte ein Jahr vor ihrem Abitur freiwillig das Gymnasium um antisemitistischer Diskriminierungen aus dem Weg zu gehen.

1936 wird Charlotte an der Kunsthochschule in Berlin immatrikuliert und verlässt die Kunsthochschule ein Jahr später, da ihr ein Preis aberkannt wird, weil sie Jüdin ist. Dass auch noch ausgerechnet ihre damalige Freundin Barbara an ihrer Stelle den Preis bekommt, verkraftet Charlotte nicht und ist auch sehr traurig darüber, dass Barbara aus Angst ihren Mund nicht aufmacht.

Währenddessen kommt Alfred Wolfsohn als Gesangspädagoge ins Haus Salomon. Er gibt Paula Gesangsstunden. Dieser Mann ist in Charlottes Leben sehr wichtig. Sie verliebt sich in ihn. Hunderte von ihren Zeichnungen zeigen Alfred Wolfsohn.

Im Januar 1939 emigriert Charlotte Salomon zu ihren Großeltern nach Villefranche.
Ein Jahr später nimmt sich die Großmutter Marianne Grunwald vor Charlottes Augen ihr leben. Ab diesem Moment spürt Charlotte, dass der Selbstmord in ihren Genen liegt und betet zu Gott um nicht den Verstand zu verlieren.

Ab dem Jahre 1940 zieht sich Charlotte in eine Pension zurück und fängt dort mit ihrem Werk Leben? oder Theater? an. Sie zeichnet 18 Monate lang wie eine Irre ihr ganzes Leben. Wie am Anfang schon gesagt bündelt sie von diesen Zeichnungen 769 Blätter und überreicht sie Dr. Moridis, der immer Charlotte zum Malen verleitet hat.


"Ich habe Ihnen viel zu verdanken, Dr. Moridis. Nein, ich möchte nicht stören, nur etwas abgeben."


Damit reichte sie dem Arzt die Pakete.

"Heben Sie das gut auf, Dr. Moridis, es ist mein ganzes Leben." (Seite 282)



Er hielt viel von ihrer Kunst.

1943 heiratet Charlotte Alexander Nagler, nachdem sie bemerkt, dass sie schwanger ist. Obwohl Charlotte mit dem Gedanken spielt, das Kind abzutreiben, kann sie sich nicht dazu überwinden.


"Das Risiko ist viel zu hoch. Und wenn ich erwischt würde, erwarten mich zwanzig Jahre Zwangsarbeit. Abtreibung ist fast noch schlimmer, als Jude zu sein." (Seite 289)




Kurz nach ihrer Hochzeit werden Alexander Nagler und Charlotte verhaftet und nach Auschwitz gebracht. Nach zehn Tagen wird Charlotte, schwanger im 5. Monat, umgebracht. Alexander Nagler stirbt an den Folgen der Zwangsarbeit.
Jemand musste sie verraten haben.

Jemand musste sich die tausend Francs, die für eine Denunziation gezahlt wurden, oder andere Vorteile davon versprochen haben, Charlotte und Alexander Nagler an die Scherben Alois Brunners auszuliefern. (Seite 304)




Meine Gedanken:
Ich muss sagen, dass ich das Buch sehr spannend fand. Mich interessieren die Schicksale damaliger Zeit und Margret Greiner benutzt eine sehr verständliche Sprache. Sie schreibt das Buch wie einen Roman und man empfindet es so, wie als würde man sich einen Film über Charlottes Leben ansehen. An vielen Stellen wird dann mit kursiver Schrift darauf aufmerksam gemacht, um welches Bild es sich nun handelt und in Klammern steht die Zahl des Bildes, da Charlotte ihr komplettes Werk durchnummeriert hat.
Es sind insgesamt 24 Zeichnungen von Charlotte im Buch vorhanden. Das einzige was mich an diesem Buch gestört hat war, dass die Zeichnungen alle am Anfang zusammen sind. So musste ich immer wieder an der passenden Stelle an den Anfang blättern um mir die Zeichnung zu dem so eben beschriebenen Lebensabschnitt anzusehen.

Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich dieses Buch, welches zum 100. Geburtstag von Charlotte Salomon erschienen ist,, für sehr gut empfand. So gut, dass ich mich im Internet darüber informiert habe, wann denn eine Ausstellung der Zeichnungen in Deutschland stattfindet.

Die Zeichnungen von Charlotte Salomon befinden sich im Joods Historisch Museum in Amsterdam.
Außerdem gibt es eine Webseite http://www.charlotte-salomon.nl/collection/specials/charlotte-salomon/leben-oder-theater auf der man sich die Zeichnungen angucken kann.
Die Nummerierung der Zeichnungen im Buch entsprechen dieser auf der Webseite.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Knaus Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken.

- so many books, so little time 

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